Stefan kapert unseren Bus Teil II

Anna hat sich bereit erklärt, von der anderen Seite der Geschehnisse zu berichten.

Für den zweiten Teil der Mädchen verlief der Tag nach Plan, wenn auch heftigst dagegen protestiert wurde. Wie am Abend zuvor festgelegt, war der Treffpunkt um 10 Uhr am deutsch-russischen Haus. Der Großteil war auch pünktlich, allerdings konnte man heute wie auch an den vorherigen Tagen nicht pünktlich losfahren. Aufgrund der Verspätung einiger Trainer saßen wir erst etwa 10:30 Uhr startbereit im Bus, doch immer noch fehlte der Teil der Berliner, der die Nacht bei Bernhard verbracht hatte. Aber anstatt auf die Ankunft der Vermissten zu warten, beschloss Stefan, der übrigens mit dem Berliner Trainerteam (ausgenommen Sandra) selbst zu spät war, nicht zu warten und los zu fahren. Der Zeitplan, an den man sich in den letzten Tagen doch so strikt gehalten oder es zumindest versucht hatte, würde völlig durcheinander geworfen werden, wenn wir jetzt noch auf die Zuspätkommer warten müssten. Wenn man abends so lang feiere und dann morgens nicht aus dem Bett komme, so der Kaliningrader Trainer, müsse man sich über die Konsequenzen im Klaren sein. So fuhren wir los in Richtung City. Während die Stadtführerin erzählte, kam es im Bus zu einem heftigen Streit zwischen dem deutschen Team und Stefan. Während wir versuchten, ihn umzustimmen und irgendwo zu halten, um auf den Rest zu warten, blieb Stefan hart und zeigte sich nicht einsichtig. Das hatte zur Folge, dass die Stimmung beim Berliner Team komplett kippte und sich der russische Trainer nicht unbedingt positiv in die Gedächtnisse der Mädchen einbrannte. Doch um das Bedauern und den Ärger der ausgestoßenen Berliner zu mildern, muss gesagt werden, dass es sich bei der Stadtführung eher um einen Kurzvortrag zu einigen mehr oder weniger wichtigen Gebäuden handelte und sie nach zwanzig Minuten bereits zu Ende war. Dann ging es auf gen Norden an die Ostsee. Auf dem Weg dorthin zeigte sich noch einmal der Unmut der Berliner Mannschaft gegenüber Stefan.

Die Mädels am Strand

Die Mädels am Strand

Im Ostseebad Rauschen angekommen, spazierten wir zum Meer und am Strand entlang.  Jeder versuchte noch einmal sein Glück am Strand beim Bernsteinsammeln, doch da waren die Russen wohl zu schnell gewesen. Schließlich setzte man sich in ein Restaurant und wärmte sich dort mit Tee und heißer Suppe auf. Dann machte man sich auf den Rückweg, wobei ungewiss war, ob der Bus überhaupt noch da war, denn es war bereits eine halbe Stunde nach der verabredeten Zeit, als die Berliner am Treffpunkt auftauchten. Doch wir hatten nochmal Glück. Diesmal zeigte sich Stefan von seiner rücksichtsvollen Seite und hatte gewartet, obwohl der Zeitplan damit natürlich völlig umgeschmissen war. Letztendlich kamen wir jedoch alle pünktlich zur Quali-Party im deutsch-russischen Haus, auch wenn wir anstatt drei geplanten Stunden nur eine hatten, um uns für das Event am Abend vorzubereiten. So fragt sich so manche am Ende nur, warum nicht gleich so gütig, lieber Stefan? Fürs nächste mal wünschen wir uns also anstatt Gastgeschenken ein bisschen mehr Flexibilität von den Russen. 😉

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9 Antworten zu “Stefan kapert unseren Bus Teil II

  1. Hallo,
    Ich denke so wie dieser Bericht hier wiedergegeben wird ist er nicht ganz korrekt. Wenn ich von Anfang an von Euch eine vernünftige und Wahrheitsgetreue Info erhalten hätte, wäre es zu diesen Disput garnicht gekommen. Ausserdem sollte auch betont werden das am Vortag mehrmals darauf hingewiesen wurde das alle Teilnehmer pünktlich beim Bus erscheinen sollten. Da für diesen Ausflug das Zeitfenster mehr als dünn war. 10 oder 15 Minuten stellten zu dem Zeitpunkt kein Problem dar. Allerdings mit einer Verspätung von mehr als eine Stunde schon! Weiterhin wurde auch angeboten sich mit den verspäteten Leuten in Kaliningrad zu treffen damit sie wenigstens die Ostseereise mitmachen sollten. Aber dieser Kompromiss wurde von den Beteiligten nichtmals ins Kalkül gezogen. Sorry mehr ging dann wirklich nicht mehr. Zu guter letzt hätten die Trainer der deutschen Mannschaft ja auch eingreifen können ohne Irgendjemand zu beleidigen. Im Endefekt möchte ich noch dazu sagen das diese Situation nicht ganz glücklich gelöst wurde.
    Stefan
    (der den Bus gekapert hat)

  2. nun ja Stefan….

    ich bin der Meinung, wenn man Gast in einem fremden Land ist, dann sollte der Gastgeber alles und noch viel mehr tun um seine Gäste willkommen zu heißen. Zumindest ist das die Mentalität der Deutschen. Würde ich feststellen, dass meine Russischen Freunde sich in einer Notlage befinden (und da reicht es schon, wenn sie sagen,ich habe da ein Problem …da brauche ich keine Wahrheitsgetreue Info) dann würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen um das Problem zu lösen!!! Da wäre mir der Grund der Schwierigkeiten völlig egal.Da wird geholfen und zwar sofort.
    Unbegreiflich war es für mich, dass du den Bus (den WIR übrigens samt Busfahrer bezahlt und gemietet haben) einfach in deine Gewalt bringst und über den Tagesablauf bestimmst.
    Nun kann man es aber nicht mehr ändern sondern nur hoffen, dass eure nächsten Gäste einen besseren Gastgeber bekommen werden 😉

    die Conny

    (die nicht in den Bus durfte)

  3. Ich stimme Conny in allen Belangen zu! Gäste sollte man nicht vor den Kopf stoßen und schon gar nicht in irgendeiner Weise ausgrenzen.
    Das hast du, Stefan, aber leider getan. Kompromissbereitschaft sieht bei mir auch anders aus. Man konnte mit dir überhaupt nicht reden.
    Die „Ausgegrenzten“ so hinzustellen, als ob sie am Vorabend zu viel gefeiert haben und deswegen nicht aus den Betten kamen, ist einfach unfair und nicht gerechtfertigt!!! Denn sie haben sich mit euren Gastgeschenken beschäftigt!
    Und dann ist da noch etwas, was mir auf der Seele brennt: 10uhr war vereinbart… und wo warst du Stefan??? Wären wir um 10uhr los gefahren, wärst du ebenfalls nicht dabei gewesen.

    So genug!

    Insgesamt haben wir – die Berliner Auswahl – das Beste daraus gemacht und wir hatten unseren Spaß.
    Nochmal DANKE an alle! Es war ein klasse Erlebnis mit euch diese Reise zu bestreiten! Hoffentlich sehen wir uns alle wieder.

    die Michi
    (hat laut HAHA im Bus gesagt)

  4. Hallo,
    bin mit den Komentaren nicht ganz einverstanden, denn wir haben uns wirklich bemüht sehr gastfreundlich zu sein, im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten. Vorallem hat sich Stefan sehr viel mühe gegeben. Wir sollten nicht vergessen das es das erste mal war und wir daraus nur lernen können. Weiterhin ist zu sagen das nur bestimmte Leute nicht anwesend waren die bei einer Famielie geschlafen hatten, wo der Gastgeber sich als nicht allzu hielfreich herausgestellt hat. Allerdings konnte Stefan das auch nicht im vorraus wissen.
    Wenn Ihr Stefans Gäste einmal befragt wie es bei Ihm war, so kommt dabei bestimmt kein negatives Resultat herraus.
    Sorry aber einn bisschen Objektiv solltet Ihr das alles betrachten.
    mario

  5. Ich glaube, sowohl Conny, als auch Michi wollten nicht die Gastfreundschaft, mit der die Spielerinnen von den Gastgebern aufgenommen wurden, in Frage stellen. Ich glaube, die wenigsten hatten Grund, sich über die Gastfreundschaft ihrer Gastfamilien zu beschweren und manche fühlten sich nach den Erzählungen sogar etwas über“bemuttert“… Und auch die Familie, bei der Dete und ich schliefen, war sehr gastfreundlich zu uns und gab uns nie das Gefühl, eine Last zu sein.

    Allerdings hakte es insgesamt bei der Planung verschiedener Dinge und bei verschiedenen Anlässen wurden die Erwartungen mehrerer Spielerinnen und auch Trainer und Betreuer nicht ganz getroffen.

    Ganz klar ist an diesem Tag etwas sehr schief gelaufen und ganz sicher hat Stefan auch durch bestimmte Kommentare im Bus einen sehr großen Anteil daran. Wie groß allerdings der zusätzliche Anteil von Bernhard an der ganzen Geschichte ist und wie viel auf missverstandene Informationen am Telefon geschoben werden kann oder muss, kann ich nicht ermessen und möchte mir darüber auch kein Urteil erlauben.

    Ich für meinen Teil habe das mit Stefan am Sonnabendabend kurz nach Beginn der von Sani mit dem Vorsitzenden des Deutsch-Russischen Hauses ausgehandelten Spontanparty besprochen und letztlich auch so weit geklärt.

    Ich würde mich freuen, wenn wir bei allen Schwierigkeiten und kleinen Problemen (gerade auch mit Plänen) trotzdem vor allem die schönen Momente der Fahrt im Gedächtnis behalten, denn letztlich hatten wir nach dem sehr missmutigen, ärgerlichen Beginn auch in Swetlogorsk einigen Spaß: Beim Leerkaufen des Zeitungskioskes, beim Strandspaziergang mit unendlichen Fotosessions, beim Soljanka-Essen (das etwas länger dauerte 😉 ) und erst recht in der Seilbahn, die zwar nicht besonders schnell oder hoch (und erst recht nicht modern), aber ziemlich urig war…

  6. Sontheim Bernhard

    Ein herzliches Hallo an alle,

    erst mal freue ich mich, dass alle wieder heil und gesund in Berlin angekommen sind. Eigentlich hatte ich nicht vor, mich in dieses Thema einzumischen; jedoch nachdem ein gewisser
    Herr Kühn sich erfrecht, mich in seinem Bericht als nicht hilfreich darzustellen möchte doch noch etwas dazu sagen:
    1. wurde ich sehr kurzfristig von Herrn Lindemann gefragt ob ich nicht aushelfen könne bei der Unterbringung von zwei Gästen zum Freundschaftsspiel. Hier habe ich zugesagt, obwohl ich in keinster Weise mit irgendeinem der beiden beteiligten Mann(Frau-)schaften liiert bin. Ein Programm wurde mir zu keiner Zeit gereicht. Ich wusste also weder, dass eine Stadtrundfahrt oder Strandbesichtigung geplant war, noch hat mir von russischer Seite irgendjemand einen Zeitplan in die handgedrückt. Die einzigen Informationen vom Ablauf erhielt ich von meinen russischen Gästen.
    2. war es mir nicht möglich mit einem, für zwei Sitzplätze ausgelegten Fahrzeug, mehrere Personen zu befördern. Dies habe ich den Organisatoren mitgeteilt und wurde auch so verstanden.
    3. Nichtsdestotrotz hatte ich am ersten Tag meine, dann drei Gäste, zum dt.russ. Haus gebracht. Am zweiten und am dritten Morgen
    sind einmal sechs und einmal 12 Gäste von mir zum Teil abenteuerlich ( da ich nicht im Stadtzentrum wohne) auf verschiedene Taxis aufgeteilt und zu den Bestimmungsorten befördert worden. Ich bin mir sicher, dass absolut jeder meiner Freunde/-innen aus Berlin bestätigen wird dass ich im Rahmen meiner Möglichkeiten alles getan habe um den Aufenthalt so schön wie möglich und immer in Anlehnung an das gesamte Unternehmen zu gestalten.
    Wort für Wort und Buchstabe für Buchstabe zu behaupten: …nur bestimmte Leute nicht anwesend waren die bei einer Famielie geschlafen hatten, wo der Gastgeber sich als nicht allzu hielfreich herausgestellt hat Allerdings konnte Stefan das auch nicht im vorraus wissen – finde ich eine Unverschämtheit, nach allem war ich getan habe und es sei bemerkt, das ganze ohne ein einziges Dankeschön von russischer Seite.

    Bernhard

  7. Ich finde Bernhard hat mehr als sein Bestes getan! Echt toll wie wir aufgenommen wurden und wie er FREIWILLIG um 8 Uhr morgens (nach 2 Stunden Schlaf) aufgestanden ist und sich um uns gekümmert hat…

  8. Da kann ich Bea nur zustimmen 😉 der beste Gastgeber den man sich vorstellen kann

    @ Berhard

    Ein ganz, ganz herzliches Dankeschön nochmal von mir (ich denke die beiden anderen sehen es genauso) , dass du so kurzfristig noch 3 weitere Personen aufgenommen hast. Deine Spontanität und Hilfsbereitschaft war Gold wert. Wir haben uns unheimlich wohl gefühlt bei Dir und durch deine lockere, positive Art war dieser Kurzurlaub ein Abenteuer welches ich niemals vergessen werde.
    Nochmals…vielen, vielen, vielen Dank 🙂 es war einfach toll bei dir!!!

    ganz liebe grüße
    die Conny
    😉

  9. Ich finde auch, dass man aufhören sollte, sich an einzelnen Missverständnissen aufzuhängen und das Ganze dabei ganz aus den Augen zu verlieren.
    Wir hatten eine fantastische Reise und extrem liebe und aufmerksame Gastgeber – dass beim ersten Mal nicht alles glatt geht ist verständlich und kann sicher zukünftig vermieden werden.
    Also, Schwamm über die Missverständnisse und Dank an alle Organisatoren in Berlin und Kaliningrad für ein paar unvergessliche Tage!k

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